Neurobiologie des Alterns

Prof. Dr. Helen Morrison vom Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) ist Inhaberin der neuen Professur „Neurobiologie des Alterns“ an der Fakultät für Biowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Quelle: FLI / Anna Schroll

Alternsforscherin an die Universität Jena berufen

23.04.2020 · Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut

Dr. Helen Morrison vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena wurde als Professorin an die Fakultät für Biowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) berufen. Mit der neu etablierten Professur zur „Neurobiologie des Alterns“ ab April 2020 wird die Alternsforschung in Jena weiter ausgebaut. Prof. Dr. Helen Morrison ist seit 2004 am FLI und leitet dort die Forschungsgruppe „Nervenregeneration“. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der Erforschung von biochemischen und molekularbiologischen Mechanismen bei der Regeneration von Nervenzellen.

Der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU), Walter Rosenthal, hat Dr. Helen Morrison vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) zur Professorin für das Fachgebiet „Neurobiologie des Alterns“ ernannt. Morrison ist nun seit April 2020 Professorin an der Fakultät für Biowissenschaften der FSU. Mit der neu etablierten Professur sollen schwerpunktmäßig biochemische und molekularbiologische Mechanismen bei der Regeneration von Nervenzellen untersucht werden, die zu Fehlfunktionen des Körpers beitragen können. Die gebürtige Engländerin ist seit 2004 am FLI und leitet die Forschungsgruppe „Nervenregeneration“, die sie wie bisher weiterführen wird.

„Mit der gemeinsamen Berufung von Frau Dr. Morrison wird die seit langem bestehende, erfolgreiche Vernetzung unseres Institutes mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Universitätsklinikum weiter gestärkt“, freut sich Prof. Dr. Alfred Nordheim, Wissenschaftlicher Direktor des FLI, „denn dadurch bekommt die Alternsforschung in Jena thematisch eine noch größere Tragweite.“

Das FLI und die Fakultät für Biowissenschaften der FSU pflegen bereits seit mehreren Jahren enge wissenschaftliche Kooperationen, in deren Mittelpunkt der weitere Ausbau des Forschungsschwerpunktes „Alternsforschung“ in Jena steht. Mit der Berufung wird das gemeinsame Interesse am Ausbau der Forschungskapazität im Bereich der neurobiologischen Aspekte des Alterns gestärkt, so dass die angestrebte Interdisziplinarität, die der komplexe Forschungsschwerpunkt Altern erfordert, eine nachhaltige Stärkung erfahren wird, ist Nordheim überzeugt.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Das Team von Helen Morrison am FLI untersucht die Prozesse bei der Regeneration von Nerven sowie die Kommunikation im Inneren und zwischen den Zellen. Methodisch wird mit Struktur-, Zell- und Mausmodellen gearbeitet. Die Gruppe ist international und national hervorragend vernetzt. Regelmäßige Publikationen in hochrangigen Journalen sind ein Beleg für das hohe Niveau der Forschungsarbeit der Gruppe.

Die Forschungsgruppe „Nervenregeneration“ geht der Frage nach, ob Fehler bei der Kommunikation von Nervenzellen zu Krankheiten oder beschleunigtem Altern führen. Der Fokus liegt dabei auf dem Nervensystem und seiner Fähigkeit, sich zu regenerieren, sowie auf den Krankheitsmechanismen von myelinisierenden Zellen. Dazu zählen Krankheiten mit besonders hohem medizinischen Forschungsbedarf, wie z.B. Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems (Neurofibromatose Typ 2). Die Neurobiologin Prof. Morrison ist Expertin auf dem Forschungsgebiet der Neurofibromatose Typ 2, organisiert dazu internationale Konferenzen und arbeitet in einem internationalen Netzwerk mit (Synodos-Konsortium der Children’s Tumor Foundation), um in Zusammenarbeit mit Medizinern für diese seltene Erkrankung eine Therapie zu entwickeln.

Wissenschaftliche Vernetzung und Kooperationen

Prof. Morrison hat bereits vielfältige Kooperationen mit der FSU. Das zeigt sich sowohl in gemeinsamen Publikationen und zusammen gestellten Forschungsanträgen, der Organisation internationaler Konferenzen (z.B. Jena Aging Meeting, JAM) als auch in der Betreuung von Doktoranden aus der Wissenschaft und Medizin. Darüber hinaus ist sie in Graduiertenschulen integriert (z.B. „Molecular Signatures of Adaptive Stress Responses”) und arbeitet in Studiengängen der Fakultät für Biowissenschaften mit, wo sie im Masterstudiengang Biologie mit Vorlesungen und Seminaren zur Genetik und zellulären Plastizität des Nervensystems in der Lehre beteiligt ist.

Des Weiteren ist sie Sprecherin des von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Postdoc-Netzwerkes „Aging induced impairments of regeneration and stem cell functionality – RegenerAging", mit dem in den biomedizinischen Alterns- und Regenerationsdisziplinen die wissenschaftliche Karriere junger Postdocs gefördert wird, um die Lücke zwischen der Promotion und einer weiterführenden wissenschaftlichen Karriere zu schließen. Seit November 2017 ist sie zudem zusammen mit Prof. Dr. Jean Krutmann vom Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) in Düsseldorf Sprecherin des Leibniz-Forschungsverbundes Healthy Ageing; einem deutschlandweit agierenden Verbund von 20 Mitgliedsinstituten zum „Gesunden Altern“. 2019 wurde sie von rund 53.300 Wissenschaftlern für das Fach Zellbiologie in das DFG-Fachkolleg „Grundlagen der Biologie und Medizin“ gewählt.

Zur Person

Die gebürtige Engländerin Helen L. Morrison studierte Biomedical Science an der University of Wales (UK) und fertigte ihre Doktorarbeit zum Thema „The NF2 tumor suppressor gene product, merlin, mediates contact inhibition of growth through interactions with CD44“ an der Universität Karlsruhe 2001 an, für die sie mit dem „Elsa und Walter Hermann Preis“ des Forschungszentrums Karlsruhe ausgezeichnet wurde. Nach Arbeitsaufenthalten an der University of Cincinnati (USA), der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig und dem Forschungszentrum Karlsruhe kam sie 2004 als Postdoc an das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena. Im November 2006 wurde sie Juniorgruppenleiterin der Forschungsgruppe „Tumorbiologie“ am FLI. Für ihre Arbeit „Eine neue Tumorsuppressor-Kaskade“ erhielt sie 2006 den „Thüringer Forschungspreis“ in der Kategorie Grundlagenforschung. Seit 2016 ist sie Seniorgruppenleiterin der Forschungsgruppe „Nervenregeneration“ am FLI. 

Weiter Informationen und Kontakt:
www.leibniz-fli.de