Leibniz-Forschungsverbund
Gesundes Altern

© Quelle: llja Hendel / Wissenschaft im Dialog

Aktuelles & Forschungsergebnisse

Präventionsnetzwerk AEQUIPA geht in die zweite Runde

29. März 2018 BPIS Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie

Gesundes Altern. Wie geht das eigentlich? Mit Bewegung. Körperliche Aktivität verringert das Risiko für viele Erkrankungen und Verletzungen im Alter. Umso wichtiger ist es, für ältere Menschen aus den verschiedensten Bevölkerungsgruppen einen Zugang zu mehr Bewegung zu schaffen. Im Februar 2015 ging AEQUIPA, das Präventionsnetzwerk für gesundes Altern in der Metropolregion Bremen-Oldenburg unter Federführung des BIPS, an den Start. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zunächst für drei Jahre geförderte Projekt geht nun nach erfolgreicher Zwischenevaluation in die zweite Runde.


Ein körperlich aktives Leben bis ins hohe Alter ist in vielerlei Hinsicht eine Präventionsmaßnahme erster Güte. Viel Bewegung – allein, zu zweit oder in der Gruppe – beugt Übergewicht vor, stärkt die Muskulatur, schont so die Gelenke, hält Herz- und Kreislauf in Schwung und sorgt nicht zuletzt für ein vielfältigeres Sozialleben. All dies stärkt die körperliche und geistige Gesundheit. Doch viele ältere Menschen haben Schwierigkeiten, das eigene Leben aktiver zu gestalten. Manchmal fehlen die Angebote, manchmal die finanziellen Mittel, manchmal schlicht die Motivation. Oftmals lassen die Gegebenheiten vor Ort einen aktiven Lebensstil, Rad fahren, Spazieren gehen, zu Fuß einkaufen oder die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs auch einfach nicht zu.

Das Präventionsforschungsnetzwerk AEQUIPA untersucht diese Punkte und hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen ab 65 für mehr körperliche Aktivität zu motivieren, Bewegungsprogramme zu entwickeln, die sich möglichst breit und unabhängig vom Geldbeutel gerecht und für alle Menschen zugänglich umsetzen lassen, fördernde aber auch hemmende Faktoren neuer technischer Möglichkeiten berücksichtigen und die Rolle der Umgebung einbeziehen. Teil des Netzwerks sind die Universitäten Bremen, Oldenburg und Heidelberg, die Jacobs University, die Technischen Universitäten Dortmund und Chemnitz, die Jade Hochschule Oldenburg, das Oldenburger Institut für Informatik (OFFIS), die Gesundheitswirtschaft Nordwest e.V. Bremen sowie das BIPS als federführende Einrichtung.

Die Aktivitäten in den vergangenen drei Jahren reichen von der Technikentwicklung für passgenaue alltagsintegrierte Maßnahmen bis zu Fragen der bewegungsfreundlichen Stadtplanung. So wurde etwa unter dem Titel „Fit im Nordwesten“ ein webbasiertes Bewegungsprogramm entwickelt und in mehreren Bremer Stadtteilen und im Umland angeboten. Es wurden zudem Teilhabeprozesse in den Stadtteilen und Kommunen in Gang gesetzt, um die lokalen Gegebenheiten für mehr Bewegung im Alter zu verbessern. Gerade im Bereich der Stadtplanung zeigte sich, dass das Thema Bewegungsförderung bisher kaum systematisch berücksichtigt wurde. Für die nachhaltige Verankerung der AEQUIPA-Aktivitäten werden der Einbezug der Beteiligten in den Kommunen und Stadtteilen auch in der zweiten Projektphase im Mittelpunkt stehen. Ein zentrales Thema ist zudem die Untersuchung der Frage, ob und in welchem Ausmaß Programme zur Bewegungsförderung zur Verringerung von gesundheitlicher Ungleichheit beitragen. Die AEQUIPA-Forschung wird dabei getragen von einer Gruppe engagierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, die im Rahmen eines Doktorandenprogramms gefördert werden. AEQUIPA hat auch internationale Beziehungen aufgebaut, besonders intensiv nach Groningen in den Niederlanden.