Leibniz-Forschungsverbund
Gesundes Altern

© Quelle: llja Hendel / Wissenschaft im Dialog

Aktuelles & Forschungsergebnisse

Kleine Proteine ganz groß: Innovative LIN-Forscher mit 2. und 3. Platz beim Hugo-Junkers-Preis ausgezeichnet

18. Dezember 2015 LIN Leibniz-Institut für Neurobiologie

Zwei Wissenschaftler-Teams vom Magdeburger Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) hatten am 15. Dezember Grund zum Jubeln: Sie belegten den zweiten und dritten Platz beim Hugo Junkers Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt in der Kategorie „Innovativste Vorhaben der Grundlagenforschung“. Beide Gewinnerprojekte beschäftigen sich mit Proteinen in Nervenzellen und deren Funktionen in gesunden Organismen sowie den Ursachen von krankhaften Veränderungen. Die Auszeichnung des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt ist mit einem Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro für Platz 2 bzw. 3.000 Euro für Platz 3 dotiert.


Das Team um Prof. Dr. Daniela Dieterich vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Dr. Ulrich Thomas vom LIN belegte den zweiten Platz. Sie wurden für eine innovative Methode ausgezeichnet, die neu hergestellte Proteine in Fruchtfliegen mit Hilfe einer biochemischen Reaktion, der so genannten „Klick-Chemie“, sichtbar macht. Mit dieser Methode ist es möglich, Proteinsynthese-abhängige Prozesse in gesunden Organismen zu erforschen, aber auch in Krankheitsmodellen nach Störungen im Proteinstoffwechsel zu suchen. Dazu gehört beispielsweise die menschliche Muskelerkrankung vom Typ des Morbus Charcot-Marie-Tooth.

Über den dritten Platz konnte sich das Team um Dr. Anna Fejtová vom LIN freuen. Sie beschäftigen sich mit dem Protein CtBP1, einem „Aktivitätsschalter“ in Nervenzellen. In Studien konnten sie zeigen, dass CtBP1 ein Signalvermittler zwischen dem Zellkern und den Synapsen einer Nervenzelle ist und beim Lernen und bei der Gedächtnisbildung eine wichtige Rolle spielt. Auch auf krankhafte Aktivitätszustände des Gehirns wirkt es sich aus. So konnten die Wissenschaftler nachweisen, warum eine Ernährungsumstellung, die so genannte ketogene Diät, typische Beschwerden von Epilepsie-Patienten vermindert. Da diese Ernährung auch den Verlauf anderer Hirnstörungen beeinflusst, untersuchen die Magdeburger Wissenschaftler nun die Funktion dieses Signalwegs bei anderen neuropsychiatrischen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Depressionen.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.

Kontakt:
Sophie Ehrenberg
Leibniz-Institut für Neurobiologie
Brenneckestr. 6, 39118 Magdeburg
Tel. +49 (0)391-6263-93381, Fax +49 (0)391-6263-93389
E-Mail: sophie.ehrenberg@lin-magdeburg.de


    Über den zweiten Platz freuen sich: Dr. Kathrin Marter, Dr. Ulrich Thomas, Ines Erdmann, Oliver Kobler und Prof. Dr. Daniela Dieterich (v.l.n.r.).

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