Leibniz-Forschungsverbund
Gesundes Altern

© Quelle: llja Hendel / Wissenschaft im Dialog

Aktuelles & Forschungsergebnisse

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert für vier weitere Jahre Sonderforschungsbereich zur Lern- und Gedächtnisforschung

21. Dezember 2015 LIN Leibniz-Institut für Neurobiologie

10 Millionen Euro für neurowissenschaftliche Forschung in Magdeburg Der neurowissenschaftliche Sonderforschungsbereich der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zur neurobiologischen Erforschung motivierten Verhaltens SFB 779 wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG in den nächsten vier Jahren mit zehn Millionen Euro unterstützt. Ab 1. Januar 2016 können die Magdeburger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, des Leibniz-Instituts für Neurobiologie LIN  und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen DZNE (Standort Magdeburg) die erfolgreiche interdisziplinäre  Erforschung der Hirnfunktionen, die motiviertem Verhalten zu Grunde liegen, fortführen.


„Unser Team wurde nicht nur für seine wissenschaftlichen Spitzenleistungen gelobt, sondern auch für die zukunftsweisende Zusammenarbeit von Universität und außeruniversitären Forschungsinstituten“, so der Sprecher des SFB 779, Prof. Frank W. Ohl, Abteilungsleiter am Institut für Biologie der Universität Magdeburg und Leiter der Abteilung Systemphysiologie am Leibniz-Institut für Neurobiologie.

Unser Lernen ist nicht erst mit dem Schuleintritt von unserer Motivation abhängig. Auch bei Erwachsenen-Weiterbildungen ist der Lernerfolg ohne Motivation nur gering. Doch wie entsteht Motivation im Gehirn, und wie wirkt sie auf eine Gedächtnisspur ein? Welche Krankheiten können auftreten, wenn diese Prozesse nicht richtig funktionieren? Wie verändert sich unsere Motivation, wenn wir Belohnungen erwarten oder uns vor etwas fürchten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Magdeburger Forscher aus historisch eher getrennt arbeitenden Wissenschaftsdisziplinen:

Psychologen und kognitive Neurowissenschaftler testen die Motivation von Probanden bei neuropsychologischen Aufgaben und registrieren dabei die Hirnaktivierungsmuster. Neurologen und Psychiater arbeiten mit Patienten, die unter Störungen in ihrem Motivationssystem leiden. Verhaltensbiologen und Neurophysiologen messen die elektrische Aktivität von einzelnen Nervenzellen oder ganzen Hirnregionen und entschlüsseln damit am Tiermodell, welche Schaltkreise des Gehirns für Motivation verantwortlich sind. Pharmakologen testen die Wirkung von Aktivatoren und Hemmstoffen der hirneigenen Belohnungssysteme, Biochemiker analysieren Änderungen in der Proteinzusammensetzung des Gehirns bei motiviertem Lernen und Molekularbiologen entschlüsseln die Funktion einzelner Gene und Proteine in den Nervenzellen des Gehirns.

Der Sonderforschungsbereich SFB 779 wurde 2008 ins Leben gerufen und ist mittlerweile zu einem strukturbestimmenden Faktor für die neurowissenschaftliche Forschungslandschaft Magdeburgs geworden. Sowohl die Universität Magdeburg als auch das Land Sachsen-Anhalt haben die Neurowissenschaften als ausgezeichneten Schwerpunkt für Forschung und Förderung definiert. Entsprechend hat der SFB 779 während seiner ersten beiden Förderperioden nicht nur weitere hochangesehene Forscher aus dem In- und Ausland als neue Mitglieder gewinnen können, sondern auch für eine nachhaltige Frauenförderung und die Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlern, beispielsweise durch den Aufbau eines in den SFB integrierten Graduiertenkollegs und durch die Einbeziehung von exzellenten Nachwuchsforschern als Projektleiter, gesorgt.

Sprecher des SFB:
Prof. Dr. Frank Ohl
Tel.: +49-391-6263-95481
E-Mail: frank.ohl(at)lin-magdeburg.de

Pressekontakt:
Sophie Ehrenberg
Leibniz-Institut für Neurobiologie
Brenneckestr. 6, 39118 Magdeburg
Tel. +49 (0)391 6263-93381, Fax +49 (0)391 6263-93389,
E-Mail: sophie.ehrenberg@lin-magdeburg.de


    Die Mitglieder des SFB 779 erforschen, wie Motivation im Gehirn entsteht. Foto: LIN/Reinhard Blumenstein.

    Downloads: