Leibniz-Forschungsverbund
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© Quelle: llja Hendel / Wissenschaft im Dialog

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Chance auf Humboldt-Professur in Jena: US-Spitzenforscher erhält höchstdotierten Forschungspreis Deutschlands

27. Oktober 2015 FLi Leibniz-Institut für Alternsforschung

Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit bis zu fünf Millionen Euro der höchstdotierte Forschungspreis Deutschlands und soll internationale Spitzenforscher an deutsche Universitäten holen. Zu den diesjährigen Preisträgern zählt der international renommierte Stammzellforscher Prof. Dr. Heinrich Jasper vom Buck Institute for Research on Aging, USA, den das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) und die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) für eine Professur in Jena vorgeschlagen haben.


Die Humboldt-Professur eröffnet deutschen Hochschulen und Forschungsinstituten die Möglichkeit, internationale Spitzenkräfte nach Deutschland zu holen und ihnen exzellente Forschungsbedingungen zu bieten, die auch im weltweiten Wettbewerb Bestand haben. „Wir sind überglücklich, dass unser Vorschlag erfolgreich war. Zusammen mit unseren Partnern von der Friedrich-Schiller-Universität und dem Land werden wir alles daran setzen, mit Prof. Dr. Heinrich Jasper einen der führenden Experten auf dem Gebiet der Stammzell- und Alternsforschung für den Standort Jena gewinnen zu können“, freut sich Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) über die Entscheidung der Alexander von Humboldt-Stiftung. „Besonders stolz sind wir, dass die Humboldt-Professur damit erstmals nach Thüringen geht“, ergänzt Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Mit der Berufung von Prof. Jasper werde die Alternsforschung in Jena nachhaltig gestärkt.

Der Preisträger

Prof. Heinrich Jasper (41) ist einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Stammzell- und Alternsforschung. Als einer der ersten Wissenschaftler nutzte er als Modellsystem die Fruchtfliege (Drosophila melanogaster), um molekulare Mechanismen der Stammzellalterung zu untersuchen. Er konnte in den letzten Jahren grundlegende Mechanismen der Stammzellalterung identifizieren und erstmals im Tiermodell zeigen, dass die Rate der beschleunigten Zellteilung (Stammzellproliferation) negativ mit der Lebensspanne der Fruchtfliege korreliert. „Die besondere Expertise von Prof. Jasper, insbesondere seine enormen Kenntnisse zu den Signalwegen, die im Alter und bei Entzündungen zur Hemmung der Stammzellfunktion und des Organerhalts führen, ergänzen hervorragend den Hauptschwerpunkt der Alternsforschung in Jena. Zusammen mit Prof. Jasper können wir grundlegende Mechanismen des Alterns von Stammzellen in der nur wenige Wochen lebenden Fruchtfliege entschlüsseln und dann in Kooperation mit unseren Partnern an der FSU und dem Universitätsklinikum überprüfen, ob die gleichen Mechanismen auch für den Verlust des Organerhalts und für die Entstehung von Krankheiten im alternden Menschen von Bedeutung sind“, unterstreicht Prof. Rudolph.

Der Preis

Mit der Alexander von Humboldt-Professur werden weltweit führende und bislang im Ausland tätige Forscher ausgezeichnet. Das Preisgeld ist für die ersten fünf Jahre Forschung in Deutschland bestimmt. Die Auszeichnung wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Kontakt

Dr. Kerstin Wagner
Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
Beutenbergstr. 11, 07745 Jena
Tel.: 03641-656378, Fax: 03641-656351
E-Mail: presse(at)leibniz-fli.de