Leibniz Research Alliance
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© Quelle: llja Hendel / Wissenschaft im Dialog

News & Research findings

Deutschlandweit größte Gesundheitsstudie startet jetzt in Düsseldorf

10/06/2014 DDZ Deutsches Diabetes-Zentrum

Mit dem Ziel, Ursachen und Risikofaktoren der wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen, beginnt die Nationale Kohorte als bisher größte Bevölkerungsstudie Deutschlands jetzt auch in Düsseldorf. Das Deutsche Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung, und das IUF – Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf bilden gemeinsam eines der bundesweit 18 Studienzentren. Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen aus Düsseldorf 10.000 und bundesweit rund 200.000 Personen medizinisch untersucht und über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren beobachtet werden. Die persönlichen Einladungen zur Studienteilnahme werden derzeit verschickt.


Was sind die Ursachen für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Wie wirkt sich der Lebensstil auf das Diabetes-Risiko aus? Welche Faktoren beeinflussen das Risiko, an Demenz und Depression zu erkranken? Diesen grundlegenden Fragen der Gesundheitsforschung wollen Wissenschaftler in der bisher einzigartigen deutschlandweiten Bevölkerungsstudie, der Nationalen Kohorte (NAKO), nachgehen.
Unter dem Motto „Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft“ untersuchen an bundesweit 18 Zentren Forscher die Entstehung chronischer Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Lungen-, Demenz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihre Ursachen und Mechanismen sollen aufgeklärt, neue Risikofaktoren erkannt und Marker zur frühzeitigen Diagnose gezielt identifiziert werden. Über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren werden die Wissenschaftler im Rahmen der NAKO in Deutschland rund 200.000 Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer untersuchen und medizinisch begleiten.

DDZ und IUF bilden Düsseldorfer Studienzentrum
Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) und das IUF – Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung bilden gemeinsam das Düsseldorfer Studienzentrum. Im Verlauf der nächsten vier Jahre sollen allein in Düsseldorf rund 10.000 Personen untersucht werden. Erste Bürgerinnen und Bürger aus Düsseldorf erhalten bereits in den nächsten Tagen und Wochen ihre Einladungen zur Studienteilnahme. Die Teilnehmerauswahl erfolgt dabei zufällig mithilfe des Einwohnermeldeamtes.
„Die Nationale Kohorte wird uns neue Ansätze und Möglichkeiten zur Bekämpfung der großen Volkskrankheiten wie Diabetes liefern. So erhält z.B. jeder fünfte Teilnehmer einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) zum frühzeitigen Nachweis eines Diabetes. Wir sind stolz, dass Düsseldorf Teil dieser bundesweit größten und bisher einzigartigen Studie ist“,
sagt Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Direktor des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ).

Das Untersuchungsprogramm dauert zwischen 2,5 und 4 Stunden und beinhaltet medizinische Untersuchungen sowie Befragungen zur Lebensweise und zu Vorerkrankungen. Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung, Handgreifkraft, körperliche Aktivität, Zuckerstoffwechsel, Blutdruck und die Lungenfunktion werden gemessen, Blut- und Cholesterinwerte im Labor bestimmt. Die Untersuchungsergebnisse werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Nach vier Jahren erfolgt eine zweite Untersuchung.
„Der Erfolg der Studie steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung. Jeder einzelne Teilnehmer trägt mit dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten für eine bessere Gesundheitssituation in Deutschland voran zu bringen. Bereits die Teilnehmer werden von den Forschungsergebnissen profitieren“, erläutert Prof. Dr. Jean Krutmann, Direktor des IUF – Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung.

Kontakt DDZ
Dr. Olaf Spörkel
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ) Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf'm Hennekamp 65
40225 Düsseldorf
Tel.: 0211-3382-507
olaf.spoerkel(at)ddz.uni-duesseldorf.de

Kontakt IUF
Dr. Mardas Daneshian
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auf'm Hennekamp 50
40225 Düsseldorf
Tel.:0211-3389-216
mardas.daneshian(at)iuf-duesseldorf.de

Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) gehört der „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz“ (WGL) an. In der Leibniz-Gemeinschaft sind derzeit 89 Institute vereint. Die wissenschaftlichen Beiträge des DDZ sind auf die Ziele der Verbesserung von Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus und seiner Komplikationen sowie der Verbesserung der epidemiologischen Datenlage in Deutschland ausgerichtet. Das DDZ versteht sich als deutsches Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes, indem es Ansprechpartner für alle Akteure im Gesundheitswesen ist, wissenschaftliche Informationen zu Diabetes mellitus aufbereitet und für die breite Öffentlichkeit bereitstellt. Das DDZ ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Das IUF  Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung untersucht die molekularen Mechanismen umweltinduzierter Alterungsprozesse und Störungen des Immunsystems. Ziel ist die Entwicklung präventiver Strategien, die entweder in therapeutisch einsetzbaren Verfahren bestehen oder in innovativen Verfahren zur Risikoabschätzung, die unter Verwendung humaner organähnlicher in-vitro-Modelle integrative Forschungsansätze und moderne bioinformatische / systembiologische Methoden nutzen.

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft, das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Ab Mai 2014 werden die ersten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer eingeladen. Bundesweit werden im Verlauf der nächsten Jahre 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Mithilfe der gesammelten medizinischen Daten, Bioproben und Befragungsangaben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden chronische Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen genauer erforscht. Langfristig versprechen sich die Wissenschaftler der NAKO Antworten auf folgende Fragen: Wie entstehen diese Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Welche Rolle spielen zum Beispiel unsere Gene, die Umwelteinflüsse, denen wir ausgesetzt sind oder aber unser Lebensstil? Welche Rolle spielen dabei soziale Faktoren? Können wir uns vor diesen Krankheiten schützen? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Weitere Informationen finden Sie unter www.nationale-kohorte.de


    Am 4. Juni durchlief der erste Proband das Untersuchungsprogramm der Nationalen Kohorte im Düsseldorfer Studienzentrum (v. li. n. re.: Prof. Dr. Oliver Kuß, Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am DDZ, Prof. Dr. Barbara Hoffmann, MPH, Leiterin der Arbeitsgruppe Epidemiologie des Umwelteinflusses bei Alterungsprozessen am IUF, der erste Proband der Nationalen Kohorte am Düsseldorfer Standort und Birgit Klüppelholz, Leiterin des Studienzentrums Nationale Kohorte am DDZ).

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